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In der Leistungsphase 0 wird ein Bauprojekt vorbereitet, bevor die offiziellen HOAI-Leistungsphasen starten. Dabei werden Bedarf, Nutzung, Budget und erste Rahmenbedingungen geprüft. So lässt sich früh erkennen, ob die Projektidee tragfähig ist und welche Punkte vor der weiteren Planung geklärt werden müssen.
Die Leistungsphase 0 beschreibt die frühe Projektvorbereitung. Sie wird oft als „Planung vor der Planung“ bezeichnet, weil hier noch keine Entwürfe, Bauzeichnungen oder Ausschreibungen entstehen. Stattdessen geht es darum, die Ausgangslage zu verstehen und die wichtigsten Anforderungen zu sammeln. Dazu gehören zum Beispiel Nutzung, Flächenbedarf, erste Kostenannahmen, Termine, Risiken und Zuständigkeiten. So entsteht eine geordnete Basis für die nächsten Planungsschritte. Angestoßen wird die Phase 0 in der Regel vom Bauherrn, sobald eine Bauidee konkret genug ist, um sie ernsthaft zu prüfen, aber noch bevor verbindliche Planungsleistungen beauftragt werden. Beim Stichwort HOAI Leistungsphase 0 ist die wichtigste Antwort: Sie ist keine eigene Grundleistungsphase der HOAI, sondern eine freiwillige Vorbereitung davor. Die HOAI regelt die Leistungsphasen 1 bis 9. Die Phase 0 wird ergänzend vereinbart, wenn ein Projekt besonders sauber vorbereitet werden soll – etwa bei komplexen Nutzungen, mehreren Beteiligten oder unklarer Ausgangslage.
Die Leistungsphase 0 und die Leistungsphase 1 werden oft miteinander verwechselt. Beide liegen sehr früh im Projekt. Trotzdem erfüllen sie unterschiedliche Aufgaben.
| Bereich | Leistungsphase 0 | Leistungsphase 1 |
| Zeitpunkt | Vor dem offiziellen HOAI-Prozess | Start der Planung nach HOAI |
| Hauptziel | Bedarf, Ziele und Machbarkeit klären | Aufgabenstellung und Grundlagen ermitteln |
| Inhalt | Nutzung, Anforderungen, Kostenrahmen, Rollen, Risiken | Beratung, Ortsbesichtigung, Leistungsbedarf, Dokumentation |
| Ergebnis | Bedarfsplan und Entscheidungsgrundlage | Grundlage für die weitere Planung |
| HOAI-Bezug | Keine eigene Grundleistungsphase | Offizielle Leistungsphase der HOAI |
Kurz gesagt: Die Phase 0 beantwortet die Frage, ob und wie gebaut werden soll. Die Leistungsphase 1 setzt darauf auf und überführt diese Klärung mit der Grundlagenermittlung in den offiziellen HOAI-Prozess. Wer die Phase 0 sauber abschließt, startet die Grundlagenermittlung mit deutlich klareren Vorgaben und muss seltener nachjustieren.
Ohne klare Vorbereitung starten Bauprojekte oft mit offenen Fragen. Sie hilft dabei, diese Fragen früh sichtbar zu machen und besser zu entscheiden, ob Idee, Budget und Rahmenbedingungen zusammenpassen. Sie hilft besonders bei diesen Punkten:
Gerade weil spätere Änderungen im Bauprozess teuer werden, lohnt sich die frühe Klärung. Fehlt eine saubere Vorbereitung, zeigen sich Zielkonflikte oft erst in der Planung oder auf der Baustelle – dann sind Korrekturen aufwendig und verzögern das Projekt. Die Phase 0 verschiebt diese Klärung bewusst an den Anfang, wo Anpassungen noch günstig und einfach möglich sind.
Diese frühe Phase hat keine feste Form und kann je nach Projekt unterschiedlich aussehen. Meist geht es darum, Bedarf, Ziele, Rahmenbedingungen und erste Annahmen nachvollziehbar festzuhalten.
Bedarf und Nutzung klären
Zuerst wird geprüft, wofür das Gebäude später gebraucht wird. Dazu gehören zum Beispiel Nutzergruppen, benötigte Räume, Abläufe im Betrieb, technische Anforderungen und Wünsche an Qualität oder Nachhaltigkeit. Je genauer dieser Bedarf beschrieben wird, desto belastbarer sind die späteren Planungsentscheidungen.
Ziele und Rahmenbedingungen festlegen
Danach werden die wichtigsten Projektziele festgelegt. Dazu zählen zum Beispiel Kosten, Termine, Nutzung, Betrieb und mögliche Erweiterungen. Auch Grundstück, Bestand, Vorgaben oder technische Grenzen sollten früh berücksichtigt werden, weil sie den Spielraum für alle weiteren Schritte abstecken.
Machbarkeit, Kosten und Risiken prüfen
In dieser Phase entsteht noch keine detaillierte Kostenberechnung. Trotzdem sollte geprüft werden, ob das Projekt grundsätzlich zum Budget und zu den vorhandenen Rahmenbedingungen passt. Auch Risiken wie unklare Genehmigungen, knappe Termine oder widersprüchliche Nutzerwünsche sollten festgehalten werden, damit sie später nicht übersehen werden.
Leistungsphase 0: Bedarfsplanung nach DIN 18205 erstellen
Die DIN 18205 gibt Orientierung für die Bedarfsplanung im Bauwesen. Sie beschreibt, wie Anforderungen systematisch erhoben, geordnet und dokumentiert werden. Ein wichtiges Ergebnis ist der Bedarfsplan: Er bündelt die wichtigsten Anforderungen und dient als Leitlinie für die weiteren Planungsschritte. So bleibt nachvollziehbar, welche Vorgaben gelten und warum sie festgelegt wurden. Wer nach dem Begriff Leistungsphase 0 Bedarfsplanung sucht, meint in der Regel genau diesen Schritt: die strukturierte Bedarfsermittlung als Grundlage des späteren Bedarfsplans.
Die Phase 0 ist vor allem eine Bauherrenaufgabe. Der Bauherr klärt, was gebraucht wird, welches Ziel das Projekt hat und welche Anforderungen erfüllt werden müssen. In der Praxis wird diese frühe Phase aber oft gemeinsam mit externen Fachleuten bearbeitet. Beteiligt sein können zum Beispiel:
Damit die Zusammenarbeit funktioniert, sollten die Zuständigkeiten von Anfang an sauber geregelt sein. Dazu gehört zum Beispiel, wer Informationen sammelt, Entscheidungen vorbereitet, die Machbarkeit bewertet und die Ergebnisse festhält.
Auch die Honorarfrage sollte früh geklärt werden. Da diese Phase keine eigene Grundleistungsphase der HOAI ist, wird sie meist als besondere oder zusätzliche Leistung vereinbart. Kostenseitig lässt sie sich nach DIN 276 der Kostengruppe 712 (Vorbereitung der Objektplanung) zuordnen und zählt damit zu den Bauherrenaufgaben. Es empfiehlt sich, Umfang, Ergebnisse und Vergütung der Bedarfsplanung schriftlich festzuhalten, bevor die Arbeit beginnt – so sind spätere Diskussionen über Leistung und Kosten vermeidbar.
Die Phase 0 kann je nach Projekt kurz oder umfangreich sein. Bei kleineren Vorhaben reichen oft wenige Abstimmungen. Bei größeren Projekten ist ein klar strukturierter Prozess sinnvoll. Ein möglicher Ablauf sieht so aus:
1. Ausgangssituation klären
Zuerst wird geklärt, warum das Bauprojekt notwendig ist. Geht es um fehlende Flächen, eine Sanierung, neue Nutzungsanforderungen oder bessere Abläufe? So wird sichtbar, welches Problem das Projekt lösen soll.
2. Nutzer und Beteiligte einbinden
Danach werden die relevanten Personen einbezogen. Besonders spätere Nutzer können wichtige Hinweise geben, weil sie die Abläufe und Probleme aus der Praxis kennen. Werden sie zu spät einbezogen, fehlen wichtige Anforderungen oft bis in die Planung hinein.
3. Bedarf und Ziele strukturieren
Die gesammelten Anforderungen werden sortiert und bewertet. Dabei wird festgelegt, was unbedingt notwendig ist, was sinnvoll wäre und was später ergänzt werden kann. Diese Priorisierung verhindert, dass später alle Wünsche gleichzeitig umgesetzt werden müssen.
4. Kostenrahmen und Machbarkeit prüfen
Anschließend wird geprüft, ob Ziele, Budget, Grundstück, Bestand und Rahmenbedingungen zusammenpassen. Wenn nicht, müssen Varianten oder Prioritäten angepasst werden, bevor weitergeplant wird.
5. Ergebnisse dokumentieren und freigeben
Zum Schluss werden die Ergebnisse in einem Bedarfsplan oder einer vergleichbaren Unterlage festgehalten. Diese sollte freigegeben werden, bevor die nächste Planungsphase beginnt. Erst diese Freigabe macht die Ergebnisse für alle Beteiligten verbindlich.
In dieser frühen Phase entstehen viele Notizen, Aufgaben, Kostenannahmen und Entscheidungen. Erfahrungsgemäß gehen diese Informationen verloren, wenn sie nur in E-Mails, einzelnen Tabellen oder persönlichen Notizen liegen. Digitale Werkzeuge helfen, diese Informationen zentral zu sammeln und für alle Beteiligten nachvollziehbar zu machen. Sinnvoll sind digitale Lösungen besonders bei:
Der Vorteil liegt vor allem darin, dass alle Annahmen, Varianten und Entscheidungen an einem Ort zusammenlaufen. So lässt sich später nachvollziehen, warum ein Bedarf so und nicht anders festgelegt wurde – das reduziert Rückfragen und erleichtert den Übergang in die spätere Bauplanung.
Gerade an der Schnittstelle zur Projektsteuerung Bau kann digitale Unterstützung für mehr Ordnung sorgen. Alle Beteiligten arbeiten mit derselben Informationsgrundlage. Das reduziert Rückfragen und erleichtert den Übergang in die nächsten Leistungsphasen.
Lassen Sie uns kurz austauschen, wie sich Ihre Projektvorbereitung klarer strukturieren lässt.
Die Phase 0 bringt besonders dann Nutzen, wenn die Ergebnisse klar festgehalten und abgestimmt werden. Diese Tipps helfen in der Praxis:
Die Leistungsphase 0 schafft Klarheit, bevor die offizielle Planung beginnt. Sie hilft dabei, Bedarf, Ziele, Kostenrahmen und Zuständigkeiten früh zu ordnen. Auch wenn sie keine eigene Grundleistungsphase der HOAI ist, liefert sie eine wichtige Grundlage für die Leistungsphase 1 und die weitere Projektarbeit. Wer früh investiert, spart später Zeit, Kosten und Abstimmungsaufwand.
Sie sollte starten, bevor konkrete Planungsleistungen beauftragt werden. So können die wichtigsten Fragen geklärt werden, bevor erste Entwürfe entstehen und Kosten verursacht werden.
Das hängt vom Projekt ab. Bei kleineren Bauvorhaben können wenige Termine reichen. Bei größeren oder komplexeren Projekten kann die Klärung mehrere Wochen oder Monate dauern. Entscheidend ist nicht die Dauer, sondern dass am Ende ein abgestimmter und freigegebener Bedarfsplan vorliegt.
Hilfreich sind zum Beispiel Bestandspläne, Budgetvorstellungen, Nutzeranforderungen, Standortinformationen oder frühere Konzepte. Auch Gesprächsnotizen und interne Vorgaben können wichtig sein.
Nein, sie ist nicht automatisch Bestandteil der HOAI-Grundleistungen. Bei komplexeren Projekten ist eine klare Beauftragung als besondere Leistung aber sinnvoll, damit Umfang, Kosten und Ergebnisse festgelegt sind.
Ein Bedarfsplan fasst die Ergebnisse der Bedarfsplanung zusammen. Er enthält zum Beispiel Ziele, Nutzungsanforderungen, Flächenbedarf, Qualitäten, Rahmenbedingungen und erste Kostenannahmen. Er dient als gemeinsame Grundlage für die weitere Planung.
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