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In vielen Planungsbüros laufen Entwurf, Ausschreibung und Kostenverfolgung in drei getrennten Programmen – jedes stark in seiner Disziplin, keines mit Blick auf das Ganze. Zwischen den Schritten liegt Handarbeit: Mengen werden abgetippt, Preisspiegel in Tabellen kopiert, Budgets am Monatsende fortgeschrieben. Mit wachsender Projektzahl kippt dieses Verhältnis jedoch: Die Übergaben kosten mehr Zeit als die Planung selbst, und die Kostenaussage ist nie ganz aktuell. Dieser Beitrag zeigt, wo Medienbrüche im Bauprojekt entstehen, was sie kosten und wie sich die Kette schließen lässt, ohne Aufmaß, Ausschreibung und Controlling im Planungsbüro in ein einziges Programm zu zwingen.
Die Aufteilung hat gute Gründe: CAD für den Entwurf, ein Aufmaßwerkzeug für die Mengen, eine AVA-Lösung für Ausschreibung und Vergabe, eine Controlling-Software für Honorar und Projektkosten. Jedes ist fachlich tief und über Jahre eingespielt.
Solange ein Büro zwei oder drei Projekte parallel führt, trägt das Modell: Die Übergaben macht dieselbe Person, die geplant hat. Die Vorbereitung der Vergabe läuft in gewohnter Folge: Mengen ermitteln, das Leistungsverzeichnis aufstellen, Angebote einholen, Preise vergleichen. Am Ende steht eine Summe, die in die Kostenverfolgung wandert – per Hand.
Mit mehr Projekten und kürzeren Fristen verschiebt sich das Verhältnis von Planen zu Übertragen. Die Reibungsverluste liegen dann in den Nahtstellen:
Eine gemeinsame Datenbasis dreht das um, wie der Beitrag Datenbank statt Ordnerstruktur zeigt.
Medienbrüche kosten schleichend. Der erste Faktor ist Zeit: Jede Kostenaussage veraltet, während sie entsteht. Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude lagen im Mai 2026 um 5,0 Prozent über dem Vorjahresmonat (Statistisches Bundesamt, extern). Wer quartalsweise fortschreibt, rechnet strukturell mit überholten Werten.
Der zweite Faktor ist Haftung. Die Kostenberechnung ist Grundlage der Honorarermittlung – und darf, wie das Deutsche Architektenblatt anmerkt, bei konjunkturbedingten Änderungen innerhalb der vereinbarten Projektlaufzeit nicht geändert werden (extern).
Praxisbeispiel: Ein Büro mit acht Mitarbeitenden führt fünf Bauprojekte parallel und überträgt die Auftragssummen monatlich in eine Tabelle. Bei einem Projekt fällt drei Monate nach Vergabe auf, dass zwei Nachträge nie im Budget gelandet sind – die betroffene Kostengruppe war um rund 40.000 Euro überschritten, ohne dass es jemand gesehen hat. Ein laufendes Kosten-Controlling im Planungsbüro hätte die Abweichung in derselben Woche gezeigt.
Die Anforderung steht in der Verordnung. Die Anlage 10 zur HOAI nennt in Leistungsphase 6 als Grundleistung die „Kostenkontrolle durch Vergleich der vom Planer bepreisten Leistungsverzeichnisse mit der Kostenberechnung" (extern). In Leistungsphase 7 folgt der Vergleich der Ausschreibungsergebnisse mit denselben Werten, samt Preisspiegel nach Einzelpositionen.
Beide Grundleistungen setzen voraus, dass Kostenberechnung, bepreistes Leistungsverzeichnis und Vergabeergebnis in derselben Struktur vergleichbar sind. Diese Struktur liefert die Kostengliederung nach DIN 276, in der Kostenberechnung bis zur zweiten Ebene der Kostengruppen.
Ohne Schnittstelle entsteht dieser Vergleich als Handarbeit: exportieren, zuordnen, Differenzen rechnen. Dokumentiert wird das Ergebnis, nicht der Weg. Fragt die Bauherrschaft ein halbes Jahr später nach, ist die Zahl vorhanden, aber nicht reproduzierbar. Für die Mitwirkung bei der Vergabe heißt das: Die Grundleistung ist erbracht, der Nachweis bleibt schwach.
Durchgängig heißt ausdrücklich nicht, dass ein Programm alles übernimmt. Die drei Schritte bleiben in drei spezialisierten Werkzeugen. Was sich ändert, ist der Weg dazwischen: Er wird zur Schnittstelle statt zur Handarbeit. Technisch ist dieser Weg längst standardisiert – der GAEB-Datenaustausch DA XML regelt in definierten Austauschphasen die Übergabe von Leistungsverzeichnissen, Anfragen, Angeboten und Aufträgen zwischen Systemen (extern).
Die Arbeitsteilung bleibt dabei erhalten: Die grafische Mengenermittlung aus dem Plan leistet ein Aufmaßwerkzeug wie GRAVA CONNECT, Leistungsverzeichnis, Ausschreibung und Vergabe laufen in einer AVA-Lösung wie ORCA AVA, und die laufende Kostenkontrolle über alle Projekte übernimmt eine Controlling-Software wie PROJEKT PRO. Jedes Werkzeug bleibt in seiner Disziplin; übergeben wird das Ergebnis, nicht die Zuständigkeit.
Praxisbeispiel: Dasselbe Büro wie oben übernimmt die Mengen künftig aus dem Aufmaß und die Auftragssummen nach der Vergabe in dieselbe Kostengruppenstruktur. Der Monatsübertrag entfällt – und mit ihm die Frage, welcher Stand gerade gilt. Was integrierte Software im Ingenieurbüro leistet, zeigt sich weniger an neuen Funktionen als an weggefallenen Arbeitsschritten.
Der Soll-Ist-Vergleich ist das letzte Glied der Kette und die Stelle, an der sich die Übergaben auszahlen. Soll ist, was kalkuliert und vergeben wurde und aus der AVA-Welt kommt; Ist ist, was im Büro gebucht, geleistet und abgerechnet wird. Treffen beide Werte in derselben Gliederung aufeinander, ist der Vergleich keine Auswertung, die jemand erstellt – sondern ein Zustand, den man abruft.
Eine spezialisierte Software wie PROJEKT PRO deckt in dieser Kette den Controlling-Teil ab und stellt dafür branchenspezifische Auswertungen bereit: Zeitnachweise, Monatsberichte, Rechnungs- und Kostenübersichten sowie SOLL/IST-Analysen, die im Hintergrund entstehen. Für das projektbezogene Kosten-Controlling heißt das, dass Kosten, Umsätze und Projektkennzahlen ohne Zwischenschritt zusammenlaufen und wirtschaftliche Kennzahlen automatisch berechnet werden, auf Knopfdruck und in derselben Gliederung wie im Angebot. Das ersetzt weder Aufmaß noch Ausschreibung – es macht sichtbar, was dort entschieden wurde.
Das heißt nicht, dass Aufmaß- und AVA-Programme ersetzt werden sollten. Für Mengenermittlung, Ausschreibung und Vergabe bleiben sie die fachlich richtigen Werkzeuge, und wer alle drei Disziplinen allein abdecken will, wird in jeder einzelnen flacher. Der Punkt ist: Sobald ihre Ergebnisse von Hand in die Kostenverfolgung wandern, wird die Nahtstelle zur Wachstumsbremse. Die Frage ist also nicht, welches Werkzeug gewinnt, sondern ob die Branchenlösungen für Planungsbüros miteinander sprechen.
Drei Signale zeigen, dass die Nahtstelle zu teuer geworden ist. Erstens: Der Projektstand lässt sich nicht in einer Stunde beantworten, weil zuerst drei Quellen zusammengeführt werden müssen. Zweitens: Nachträge tauchen im Budget später auf als auf der Baustelle. Drittens: Eine einzelne Person hält die Übergaben zusammen. Wer die eigene Performance messen will, braucht eine Datenbasis, die nicht erst entstehen muss.
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Planen, ausschreiben, steuern gehören fachlich zusammen, laufen im Büroalltag aber häufig getrennt. Die Kosten dieser Trennung stehen in keiner Rechnung: Nacharbeit, späte Erkenntnis, eine Kostenaussage, die niemand belegen kann. Wer die Kette schließt, braucht dafür kein Programm für alles, sondern drei Werkzeuge, die miteinander sprechen. Der Gewinn ist keine neue Funktion, sondern Reaktionszeit: Abweichungen werden sichtbar, solange sie noch steuerbar sind. Ein erfolgreiches Controlling im Planungsbüro beginnt genau an dieser Nahtstelle.
Nein. Die drei Schritte bleiben in drei spezialisierten Werkzeugen. Verändert wird nur die Übergabe dazwischen: Statt Zahlen abzutippen, übernimmt das Zielsystem die Daten über eine Schnittstelle.
Daten verlassen ein System und werden in einem anderen neu erfasst, etwa Mengen, die aus dem Aufmaß abgetippt, oder Auftragssummen, die in eine Tabelle übertragen werden.
In den Leistungsphasen 6 und 7 gehört der Vergleich von bepreisten Leistungsverzeichnissen beziehungsweise Ausschreibungsergebnissen mit der Kostenberechnung zu den Grundleistungen. Der Zeitpunkt ist an die Vergabe gebunden.
Eine einheitliche Kostengliederung, in der Regel nach DIN 276 bis zur zweiten Ebene, und eindeutige Positionen aus dem Leistungsverzeichnis. Ohne gemeinsame Struktur bleibt der Vergleich Schätzung.
Das hängt weniger an der Bürogröße als an der Zahl paralleler Vergaben. Bei mehreren gleichzeitig laufenden Bauprojekten übersteigt der Übertragungsaufwand den Einführungsaufwand meist deutlich.
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