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Bauen im Bestand gewinnt in der Architekturpraxis stetig an Bedeutung, bringt jedoch einen erheblichen planerischen Mehraufwand mit sich. Der Umbauzuschlag nach HOAI stellt hierbei ein wesentliches Instrument dar, um die zusätzlichen fachlichen und organisatorischen Anforderungen angemessen zu honorieren.
1. Das Wichtigste auf einem Blick
2. Was ist der Umbauzuschlag nach HOAI?
3. Warum ist der Umbauzuschlag wichtig?
4.Voraussetzungen und zulässige Höhe beim Umbauzuschlag HOAI
5. Umbauzuschlag HOAI berechnen: Beispiel und Vorgehensweise
6. Honorarsicherung: Risiken bei fehlender Vereinbarung
7. Häufige Fehler bei der Durchsetzung des Umbauzuschlags HOAI
Der Umbauzuschlag ist ein prozentualer Aufschlag auf das Grundleistungshonorar. Der Zuschlag wurde eingeführt, da solche Maßnahmen im Vergleich zum Neubau in der Regel einen höheren Schwierigkeitsgrad aufweisen.
Laut § 2 Abs. 5 HOAI gelten als Umbauten „Umgestaltungen eines vorhandenen Objektes mit wesentlichen Eingriffen in Konstruktion oder Bestand“. Sobald du also tief in die vorhandene Substanz eingreifst, steht dir dieser Ausgleich für den Schwierigkeitsgrad zu.
Da die HOAI-Tafeln den Standardaufwand eines Neubaus abbilden, führen die Besonderheiten der Bestandsarbeit ohne Zuschlag zu einer Untervergütung. Der Zuschlag dient der Abdeckung folgender Mehrleistungen:
Damit der Anspruch besteht, müssen drei Bedingungen erfüllt sein:
Die Höhe des Zuschlags: Die HOAI lässt einen Spielraum bis zu 33 % zu. Während die Theorie oft von 20 % bis 33 % spricht, liegen Verhandlungswerte in der Praxis häufig zwischen 10 % und 25 %, je nach Komplexität.
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Die Berechnung erfolgt transparent in mehreren Schritten auf Basis des Grundhonorars:
Beispielrechnung: Bei anrechenbaren Kosten von 300.000 € und einem fiktiven Honorarsatz von 10 % ergibt sich folgende Kalkulation:
Wenn keine Vereinbarung vorliegt, darf kein Umbauzuschlag berechnet werden, da in der HOAI eindeutig steht, dass der Umbauzuschlag ausdrücklich vereinbart werden muss, sonst gibt es keinen Zuschlag.
In der Praxis bedeutet das:
In der Planungspraxis führen formale Versäumnisse oft dazu, dass berechtigte Honoraransprüche verloren gehen. Um dies zu vermeiden, sollten folgende Fehlerquellen beachtet werden:
Der Einsatz spezialisierter Controlling-Software wie PROJEKT PRO ermöglicht eine lückenlose Dokumentation und rechtssichere Abrechnung des Umbauzuschlags. Solche Systeme unterstützen Planungsbüros dabei, den tatsächlichen Aufwand im Bestand faktenbasiert abzubilden:
Der Umbauzuschlag sorgt für eine faire Vergütung deiner Expertise im Bestand. Er schafft Klarheit und stellt sicher, dass eine Investition in eine detaillierte Planung wirtschaftlich bleibt. Die Basis für alles ist jedoch ein sauber aufgesetzter Vertrag und ein lückenloses Controlling der Projektstunden.
Er darf erhoben werden, wenn der Umbau notwendig, vertraglich vereinbart oder gesetzlich zulässig ist.
Auftraggeber:innen des Planungsvertrags tragen das Honorar. (Hinweis: Verwechsle dies nicht mit der Modernisierungsumlage im Mietrecht – der Umbauzuschlag ist reines Architektenhonorar).
Nein. Er deckt den allgemeinen Mehraufwand ab, der nicht konkret in den Grundleistungen der HOAI geregelt ist. Spezielle Leistungen (z. B. Schadstoffgutachten) müssen meist separat vergütet werden.
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