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In vielen Architekturbüros laufen Aufträge, Termine und Kapazitäten in getrennten Listen, Kalendern oder Köpfen zusammen. Mit wachsendem Team kippt dieses Verhältnis jedoch: Ein voller Auftragskalender sagt immer weniger darüber aus, ob die nächsten Wochen tatsächlich planbar sind. Entscheidend sind Arbeitsaufwand, Leistungsphasen, verfügbare Mitarbeitende und verbindliche Termine. Dieser Beitrag zeigt, warum ein hoher Auftragsbestand allein keine Planungssicherheit schafft und wie eine strukturierte Ressourcenplanung aus Aufträgen eine belastbare operative Grundlage macht.
Ein Auftrag im System oder im Auftragskalender ist zunächst eine wirtschaftliche Grundlage. Er zeigt jedoch noch nicht, wann welche Leistung erbracht wird und wie viele verfügbare Stunden dafür benötigt werden. Genau diese Differenz wird in vielen Büros unterschätzt – besonders dann, wenn neue Beauftragungen als unmittelbare Entlastung wahrgenommen werden.
Für die operative Planung sind mindestens vier Fragen relevant:
Eine Auslastungsplanung im Planungsbüro macht diese Unterschiede sichtbar. Eine bundesweite Befragung der Planungsbüros zeigte zudem, dass knapp 40 Prozent der befragten Büros einen rückläufigen Auftragsbestand in den vergangenen sechs Monaten meldeten.
Praxisbeispiel: Ein fiktives Büro mit fünf Mitarbeitenden hat Aufträge für mehrere Monate. Drei Projekte befinden sich jedoch gleichzeitig in einer arbeitsintensiven Planungsphase. Der Auftragsbestand ist ausreichend, die kurzfristige Kapazität trotzdem knapp.
Viele Büros führen Projektlisten mit Auftraggeber, Honorar und voraussichtlichem Abschluss. Für eine belastbare Vorschau fehlen darin oft die Informationen, die den Büroalltag tatsächlich bestimmen. Dazu gehören geplante Stunden, konkrete Aufgaben, Abhängigkeiten und die Verfügbarkeit einzelner Mitarbeitender.
Typische Grenzen des Status quo sind:
Eine zentrale Projektübersicht schafft zunächst eine gemeinsame Datenbasis. Ergänzend helfen Auswertungen für das Planungsbüro, Abweichungen zwischen geplanter und tatsächlicher Entwicklung zu erkennen. Der entscheidende Schritt ist dabei nicht eine möglichst detaillierte Planung, sondern eine verlässliche und regelmäßig aktualisierte Planung.
Aufträge werden nicht gleichmäßig über ihre Laufzeit bearbeitet. In einer frühen Phase kann ein Projekt wenig Aufmerksamkeit benötigen, bevor innerhalb weniger Wochen viele Abstimmungen, Planprüfungen oder Abgaben zusammenfallen. Deshalb reicht es nicht, das Honorar oder die Laufzeit eines Projekts zu betrachten.
Eine bessere Planung verbindet Projektphasen mit erwarteten Kapazitäten. Dafür werden Aufgaben zeitlich eingeordnet, Mitarbeitende zugeordnet und mit bestehenden Terminen abgeglichen. Die digitale Zeiterfassung liefert zusätzlich Hinweise darauf, ob die ursprüngliche Aufwandsschätzung realistisch war.
Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen setzen Grenzen. Nach § 3 ArbZG darf die werktägliche Arbeitszeit grundsätzlich acht Stunden nicht überschreiten; eine Verlängerung auf bis zu zehn Stunden ist nur unter den dort genannten Ausgleichsbedingungen möglich. gesetze-im-internet
Praxisbeispiel: Im Büro aus dem vorherigen Beispiel sind für eine Abgabe 80 Arbeitsstunden eingeplant. Die Übersicht zeigt jedoch, dass in derselben Woche bereits 60 Stunden für andere Projekte und mehrere Abwesenheiten berücksichtigt werden müssen. Die Abgabe ist damit nicht unmöglich, aber nur durch eine frühzeitige Umverteilung realistisch.
Eine zentrale Ressourcenplanung macht diese Überschneidung sichtbar, bevor sie zum akuten Problem wird.
Engpässe entstehen selten plötzlich. Häufig bauen sie sich über mehrere Wochen auf: eine verschobene Abstimmung, ein zusätzlicher Planlauf, eine ungeplante Abwesenheit oder ein Projekt, das mehr Zeit beansprucht als vorgesehen. Ohne aktuelle Übersicht werden diese Veränderungen oft erst bemerkt, wenn Termine bereits gefährdet sind.
Für die Frühwarnung sind drei Signale besonders relevant:
Ein Kalender für Projekttermine kann Termine und Abwesenheiten sichtbar machen. Planungssicherheit entsteht jedoch erst, wenn diese Informationen mit Aufgaben, Leistungsphasen und Zuständigkeiten verbunden werden. So lässt sich priorisieren, welche Leistung zuerst abgeschlossen werden muss, welcher Termin verhandelbar ist und wo zusätzliche Unterstützung erforderlich wird.
Die Bundesarchitektenkammer beschreibt die Auftragslage von Planungsbüros als volatil. In ihrer Auswertung sank der durchschnittliche Auftragsbestand von Architekturbüros von 11,5 auf 10,0 Monate. bak Das zeigt: Auch ein vermeintlich komfortabler Bestand sollte regelmäßig auf seine tatsächliche Bearbeitbarkeit geprüft werden.
Eine spezialisierte Lösung betrachtet nicht nur einzelne Aufträge, sondern die Verbindung aus Projekt, Aufgabe, Zeitraum und Mitarbeitenden. Dadurch entsteht eine operative Sicht auf den Auftragsbestand: Welche Arbeit steht an, wer kann sie übernehmen und welche Termine sind realistisch?
Der Deep-Dive liegt in der Kapazitätsübersicht. Geplante Aufgaben werden den verfügbaren Ressourcen gegenübergestellt. Abwesenheiten, parallele Projekte und veränderte Prioritäten können in die Betrachtung einfließen. Dadurch wird nicht nur eine Überlastung sichtbar. Auch freie Kapazitäten lassen sich gezielter einsetzen.
Eine dynamische Ressourcenplanung unterstützt diesen Abgleich über den gesamten Projektverlauf. Ergänzend bündelt eine Managementsoftware für Planungsbüros Projektinformationen, Termine und Verantwortlichkeiten in einer gemeinsamen Umgebung.
Eine spezialisierte Software wie PROJEKT PRO ersetzt dabei nicht die Entscheidung der Projektleitung. Sie schafft vielmehr eine aktuellere Datenbasis für diese Entscheidung – und verkürzt den Weg von der Veränderung im Projekt zur sichtbaren Auswirkung auf die Kapazität.
Der Unterschied zeigt sich weniger in der Existenz einzelner Listen als in ihrer Verbindung. Entscheidend ist, ob die Informationen gemeinsam ausgewertet werden können.
Das heißt nicht, dass Excel-Tabellen und Kalender verschwinden. Für einzelne Listen, schnelle Notizen und kleine Abstimmungen bleiben sie nützlich. Der Punkt ist: Sobald mehrere Projekte, Leistungsphasen und Mitarbeitende gleichzeitig koordiniert werden müssen, reichen isolierte Informationen für eine belastbare Planung oft nicht mehr aus.
Ein Controlling für das Planungsbüro ergänzt die Ressourcenperspektive um Wirtschaftlichkeit, Honorar und Projektentwicklung. So lassen sich operative Auslastung und wirtschaftliche Steuerung zusammen betrachten.
Nicht jedes Büro benötigt sofort eine umfassende Lösung. Drei Signale sprechen jedoch dafür, die bisherige Planung zu überprüfen:
Dann sollte zunächst geprüft werden, welche Informationen heute fehlen und welche Entscheidungen dadurch erschwert werden. Ein zentrales Aufgabenmanagement kann dabei ein sinnvoller erster Schritt sein. Wenn zusätzlich Projektphasen, Kapazitäten und Auswertungen verbunden werden sollen, reicht eine reine Aufgabenliste meist nicht aus.
Lassen Sie uns kurz austauschen, wie Sie Ihre aktuelle Situation strukturieren, Projekte und Kapazitäten abgleichen und Engpässe frühzeitig sichtbar machen können. Im
Ein voller Auftragsbestand ist eine wichtige Grundlage, aber noch keine Planungssicherheit. Erst wenn Projekte, Leistungsphasen, Termine und Kapazitäten gemeinsam betrachtet werden, wird sichtbar, was das Büro tatsächlich leisten kann. Eine aktuelle Übersicht hilft, Engpässe früher zu erkennen, freie Ressourcen gezielter einzusetzen und Prioritäten nachvollziehbar zu setzen. Wer die operative Planung regelmäßig mit dem Controlling im Planungsbüro verbindet, schafft eine belastbarere Grundlage für wirtschaftliche und personelle Entscheidungen.
Auftragsbestand beschreibt, welche Projekte oder Leistungen beauftragt sind. Planungssicherheit entsteht erst, wenn zusätzlich bekannt ist, wann welche Aufgaben anfallen, welche Kapazitäten verfügbar sind und welche Termine verbindlich eingehalten werden müssen.
Wichtig sind Projekte, Leistungsphasen, Aufgaben, geplante Aufwände, Termine, Zuständigkeiten und Abwesenheiten. Je aktueller und zentraler diese Informationen vorliegen, desto besser lassen sich Auslastung und Engpässe beurteilen.
Nein. Auch kleine Büros profitieren davon, wenn mehrere Projekte parallel laufen oder einzelne Personen Schlüsselaufgaben übernehmen. Der Umfang der Planung sollte zur Bürogröße passen, die Grundlogik bleibt jedoch dieselbe.
Eine wöchentliche Überprüfung ist für viele Büros ein sinnvoller Rhythmus. Bei intensiven Projektphasen, häufigen Terminänderungen oder mehreren Abwesenheiten kann eine kurzfristigere Aktualisierung erforderlich sein.
Ja. Wenn geplante Aufgaben und verfügbare Zeiten gegenübergestellt werden, werden nicht nur Überlastungen, sondern auch freie Zeitfenster sichtbar. Diese können für vorbereitende Leistungen, interne Aufgaben oder neue Projekte genutzt werden.
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