Grüne Architektur: Trends für nachhaltiges Bauen 2020

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Der Klimawandel gehört zu den drängendsten gesellschaftlichen Themen unserer Zeit. Sollen zukünftige Generationen eine lebenswerte Umwelt vorfinden, müssen wir umlenken. Architekten kommt dabei eine wichtige Rolle zu, denn Gebäude gehören in Deutschland mit zu den großen Klimasündern. Die Lösung ist nachhaltiges Bauen.



Öffentliches Bewusstsein wächst



Die Nachfrage nach nachhaltigen Baukonzepten ist in den vergangenen Jahren in Deutschland gestiegen. Das DFH Trendbarometer Nachhaltigkeit zeigt: Eigenversorgung mit Ökostrom, Umweltschutz und niedrige Betriebskosten sind den Deutschen sehr wichtig. 73 Prozent würden bei einem Hausbau darauf achten, dass ein Großteil der Nachhaltigkeitsfaktoren berücksichtigt ist. Im internationalen Trendbaromenter Green Building gaben nur 27 Prozent der befragten Architekten, Manager und Consultants an, dass die Mehrheit ihrer Projekte als nachhaltig einzustufen sei, für 2020 planen jedoch bereits 47 Prozent, mehrheitlich grün zu bauen.

Allein die CO2-Emissionen von Bauprojekten belasten das Klima gravierend. In Deutschland produzieren Gebäude 30% der jährlichen CO2-Emissionen. Und in Europa sieht es nicht besser aus. Die EU hat 2018 daher eine neue Richtlinie zur Gesamteffizienz von Gebäuden verabschiedet, die Nachhaltigkeit in Bauprojekten stärkt.


Die Kernelemente von Nachhaltigkeit im Bausektor



Die Anforderungen an nachhaltige Architektur sind hoch: Ökologische, soziokulturelle und ökonomische Faktoren sind gleichberechtigt zu berücksichtigen. Über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes von der Planung über die Errichtung bis zur Instandhaltung und Abriss soll die Umwelt möglichst wenig belastet werden.

Neben Strategien für Energieeffizienz geht es zum Beispiel um die Wahl von ökologisch verträglichen Baustoffen: Wie viel Energie wird für ihre Herstellung benötigt? Lassen sich nachwachsende Rohstoffe verwenden? Und trotz aller Nachhaltigkeit soll sich das Projekt weiterhin wirtschaftlich lohnen und natürlich sollen die Bewohner einen hohen Komfort genießen, zum Beispiel mit guter Lärm- und Wärmeisolierung. Die Umsetzung von nachhaltigem Bauen ist anspruchsvoll.

Welche Trends zeichnen sich ab



Nachhaltiges Bauen entwickelt sich rasant. Der politische Druck wächst, die gesellschaftlichen Erwartungen ändern sich. Für Architekten ändern sich die Prioritäten und Parameter, die sie in ihrer Arbeit berücksichtigen müssen.

7 Nachhaltigkeitsthemen, die für Architekten in Zukunft wichtig werden

Biomimikry: Architektur, die sich an organischen Formen orientiert und Lösungen für Klimaherausforderungen aus den Eigenschaften von Pflanzen und Tieren ableitet, gewinnt an Bedeutung.

Lifecycle-Perspektive: Projekte nehmen mehr und mehr die gesamte Lebensspanne in den Blick. Statt nur die Energieeffizienz der Gebäudeerrichtung zu bewerten, sollen während des Gebäudebetriebs niedrige Emissionen gewährleistet sein. In einer finnischen Studie sahen Bauentscheider aus nordischen Ländern und Großbritannien in diesem Perspektivwechsel hin zur langfristigen CO2-Bilanz den größten Zukunftstrend (71 Prozent).

Zertifizierungen: Bereits heute existiert eine Reihe von Nachhaltigkeitszertifikaten, auf deutscher und internationaler Ebene. Wann eine Zertifizierung sinnvoll und wann notwendig ist, welche aktuellen Normungen gelten – diese Fragen werden in Zukunft noch stärker zum Architektenalltag gehören.
Alternative Baumaterialien: Bisher war Beton Baustoff Nummer eins in den meisten Projekten. Doch die schlechte CO2-Bilanz hat die Suche nach Alternativen geschürt. Baumaterialien sollen energieeffizient und dennoch langlebige und ästhetisch ansprechend sein. In den letzten Jahren war Bambus ein beliebter Öko-Baustoff. Ein neuer Trend könnte die Verwertung von recyceltem Plastik sein. Forscher experimentieren mit Betonmischungen, denen Plastik zugesetzt ist, was den Bedarf an Beton zumindest reduzieren soll.

Klimasichere Gebäude: Die Klimaextreme nehmen zu und damit wächst die Bedeutung von sturm-, hitze- und hochwassersicheren Architekturen. Beschichtete Fenster oder bestimmte Dachformen halten die Hitze ab, Textilfassaden regulieren nicht nur die Kälte, sondern filtern auch Feinstaub aus der Luft, um nur einige Beispiele für klimaresiliente Architektur zu nennen.

Smarte Technologien: Die Digitalisierung verändert nicht nur die Arbeitsorganisation der Architekten, sondern auch unsere Art zu wohnen. Smarte Systeme werden in Zukunft während der Nutzung eines Gebäudes eine zentrale Rolle spielen. Sensoren und Controller werden Daten zu Heizung, Kühlung, Lüftung, Beleuchtung, Sicherheit und anderen Gebäudeaspekten sammeln, damit Eigentümer und Betreiber Funktionen und Services so optimieren können, dass der ökologische Fußabdruck des Gebäudes gering ausfällt.

Gesundheit und Wellness: In den westlichen Industrienationen verbringen Menschen 90 Prozent ihrer Tageszeit in Gebäuden. Viele chronische Krankheiten, Stress und schlechte Ernährung werden durch die Architektur begünstigt. In Zukunft wächst der Anspruch, einen gesunden Lebensstil mithilfe von baulicher Gestaltung zu unterstützen: Ein guter Zugang zu Tageslicht, eine den Stress-Level regulierende Farbgestaltung der Innenräume sowie eine flexible Temperaturregulierung und schadstofffilternde Lüftungssysteme können das Wohlbefinden positiv beeinflussen.

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